13.6.07
"Geschichte hautnah"
Eine Fahrt zur
Gedenkstätte Seelower Höhen,
nach Neuhardenberg und Schloss Altranft
unternahm
am 13.6.2007 die KV der SU Charlottenburg /Wilmersdorf.
Auch 62 Jahre nach Beendigung des 2. Weltkriegs sind in
der Gedenkstätte der Seelower Höhen die Schrecken und das
Grauen der Entscheidungsschlacht um Berlin zwischen der
Roten Armee und den deutschen Truppen, die dort
stattgefunden hat.

Noch immer werden heute bei Feldarbeiten in der Region Überreste von
Kriegstoten sowie Waffen und Munition gefunden.

Über 50 000 Tote – 33 000 sowjetische, 12 000 deutsche und
5 000 polnische Soldaten, die meist noch im jugendlichen
Alter für den verbrecherischen Wahnsinn diese Krieges ihr
Leben lassen mussten, gemahnen die heute Lebenden , im
nachbarschaftlichen Miteinander Konflikte friedlich
auszutragen.

Nicht sehr weit von
diesem Ort des Schreckens liegt Neuhardenberg, ein
weiterer geschichtsträchtiger Ort, den wir anschließend
besuchten. Nach einem Großbrand wurde das frühere Quilitz
nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel neu angelegt sowie
das Schloss und die klassizistische Kirche unter
Einbeziehung des ausgebrannten barocken Vorgängerbaus
errichtet.

Nach dem der damalige
Staatskanzler Karl Ausgust Fürst von Hardenberg den Ort
durch königliche Dotation erhalten hatte, wurden Ort und
Schloss in Neuhardenberg umbenannt. Sehenswert ist auch der
prächtige von Linne´ angelegte Schlossgarten.
Nach dem 2. Weltkrieg
wurde Neuhardenberg – da in der damaligen Ostzone gelegen –
in Marxdorf umbenannt, erst nach der politischen Wende
1989/90 erhielt er den Namen Neuhardenberg zurück. Im Jahr
1996, nach der Rückübertragung des Schlosses an die Familie
Hardenberg, veräußerte diese es an den Deutschen
Sparkassen- und Giroverband. Ein Jahr später begann die
Restaurierung des Schlosses, die 2000 abgeschlossen wurde.
Seitdem wird es als Hotel gehobenen Standards und
niveauvolle Veranstaltungsstätte betrieben.
Am Nachmittag besuchten
wir noch Altranft. Der Ort ist seit 1994 ein Ortsteil von
Bad Freienwalde. Bekannt geworden ist Altranft weit über
die Kreisgrenzen hinaus durch sein Museum für Volkskunde,
Agrargeschichte und Ökologie mit dem dazugehörigem Schloss
und den zahlreichen zum Dorfmuseum zählenden Gebäuden, wie
Schmiede, Feuerwehr usw..

Innerhalb des Dorfkerns
werden typische Häuser Ostbrandenburgs erhalten und der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Schloss ist eine
Ausstellung über das Schloss Altranft, über die Wohn- und
Lebensweise der Gutsherrschaft und eine Ausstellung über
die Baugeschichte des Oderbruchs zu sehen.
Am Abend kehrten wir
dann nach einem erlebnisreichen Tag mit vielen neuen
Eindrücken versehen nach Berlin zurück.
W.R.
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